Friseur PR

Juni 13, 2008

Zwischen anhaltender Konsumzurückhaltung und hoher Kundenakzeptanz

Abgelegt unter: Friseurverbände — artur @ 2:08 pm

Die deutsche Wirtschaft ist seit zwei Jahren auf einem relativ robusten Wachstumspfad. Doch das betrifft bei weitem nicht alle Wirtschaftsbereiche. Im Friseurhandwerk ist das Konjunkturhoch bislang noch nicht angekommen. Die Entwicklung der Branche war in 2007 weiterhin von einer nachhaltigen Konsumschwäche geprägt. Die Umsätze der Friseurunternehmen in Deutschland gingen im Jahr 2007 durchschnittlich um 2,9 Prozent zurück. Die Zahl der Beschäftigten sank parallel um 2,7 Prozent. Im Jahr 2007 waren knapp 248.000 Friseurinnen und Friseure in rund 70.500 Salons beschäftigt und erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von schätzungsweise knapp 5 Milliarden Euro.

Erfolgsgeschichte: Das Farbgeschäft boomt weiter

Trotz der Nachfrageschwäche, die seit Jahren die Entwicklung der Friseurbranche prägt, haben sich einige Dienstleistungen ausgesprochen positiv entwickelt. So geht die Erfolgsgeschichte professioneller Farbbehandlungen weiter. Nach aktuellen Ergebnissen der repräsentativen GfK-Umfrage zum Konsumverhalten am Friseurmarkt, die im Auftrag des Industrieverbandes Friseurbedarf (IVF)durchgeführt wird, ist die Dienstleistung „Farbe” in 2007 um 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und hat sich neben dem Haarschnitt zur zweitwichtigsten Dienstleistung im Salon etabliert. Daneben wurden auch deutlich mehr professionelle Kurbehandlungen von den Kunden in Anspruch genommen. Der Bereich „Kuren” wuchs laut GfK-Studie in 2007 um 11 Prozent. Insgesamt gingen Männer und Frauen im Jahresdurchschnitt rund 5,75 Mal zum Friseur.

Konsum stärken: Runter mit Steuern und Abgaben!

Die Marktentwicklung in 2007 war für viele Friseurunternehmen ernüchternd. Die nachhaltige Flaute des privaten Konsums, hat im Friseurhandwerk ihre Spuren hinterlassen. Der Mehrwertsteuerschock, die explodierenden Verbraucherpreise, aber auch die verbreitete Ausfassung der Bürger, selbst nicht vom Aufschwung zu profitieren, haben massiv dazu beigetragen, Kaufkraft und Kauflust der Verbraucher spürbar sinken zu lassen. Angesichts dieser Situation ist es höchste Zeit, die Konsumentwicklung zu stärken. Der Zentralverband fordert deshalb eine mutige Politik der Entlastung von Steuern und Sozialabgaben. Notwendig ist eine Entfesselung der privaten Nachfrage durch eine Stärkung der Kaufkraft. Für das Friseurhandwerk heißt das vor allem: Netto-Entlastungen für die Verbraucher! Zusätzliche Impulse könnten darüber hinaus von einer Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen ausgehen. Eine langfristige Lösung bietet hier das europäische Projekt für einen reduzierten MwSt-Satz auf arbeitsintensive Dienstleistungen, dass von vielen EU-Mitgliedstaaten seit langem erfolgreich getestet wird und deren marktwirtschaftlicher Nutzen (mehr Nachfrage, mehr Umsatz, mehr Beschäftigung, mehr Steuereinnahmen) offenkundig ist. Der Zentralverband fordert die Bundesregierung nachdrücklich auf, ihre Blockadehaltung gegen diese Option aufzugeben und endlich ökonomische Vernunft walten zu lassen!

Fairer Wettbewerb: Keine Privilegierung von Kleinstbetrieben!

Die Gründungsdynamik im Friseurhandwerk hält seit Jahren an. Im Jahr 2007 stieg die Zahl der selbstständigen Unternehmen um 3,3 Prozent. Immer mehr Betriebe drängen auf den Friseurmarkt, während die Zahl der Beschäftigten sinkt. Die Folge: eine starke Zunahme von Kleinstbetrieben. Diese sogenannten Mikrobetriebe beschäftigen weder Mitarbeiter noch bilden sie Fachkräfte aus und sind unterhalb eines Jahresumsatzes von 17.500 EUR von der Umsatzsteuer befreit. Der daraus resultierende Kostenvorteil erlaubt es ihnen, ihre Friseurdienstleistungen preisgünstiger am Markt anzubieten. Für die traditionell ausbildungsstarken, mittleren Friseurunternehmen wird dies leicht zu einer existentiellen Herausforderung mit ungleichen Wettbewerbschancen. Damit wird einer Entwicklung Vorschub geleistet, die für die Branche mittelfristig zum Problem werden könnte. Der Zentralverband kritisiert diese Entwicklung. Die Förderung von unternehmerischen Kleinstexistenzen führt zu einem ruinösen Wettbewerb mit den Betrieben, die trotz schwieriger Branchenkonjunktur überdurchschnittlich ausbilden und beschäftigen. Der Zentralverband fordert deshalb die Abschaffung der steuerlichen Privilegierung von Kleinstunternehmen, um existenzbedrohende Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, und damit den langfristigen Erhalt eines leistungs- und ausbildungsfähigen Friseurmittelstandes zu gewährleisten.

Positive Wachstumsperspektive und ausgeprägte Kundenzufriedenheit

Unabhängig von der anhaltenden Konsumzurückhaltung der Verbraucher ist grundsätzlich von einer positiven Perspektive für die künftige Marktentwicklung im Friseurhandwerk auszugehen. Schönheit, gepflegtes Aussehen und Wohlbefinden gehören zu den modernen Grundbedürfnissen der Menschen und erleben eine stetig wachsende soziale und psychologische Bedeutung. Frisuren, Make up und pflegende Kosmetik spielen dabei eine Hauptrolle. Für Friseurunternehmen mit der breiten Palette ihrer professionellen Dienstleistungen liegen hier starke Wachstumspotenziale. Zugute kommt ihnen dabei die hohe Verbraucherakzeptanz. Denn Friseure stehen bei Ihren Kunden hoch im Kurs: als Trendsetter in Sachen Frisurenmode, als kreative Schönheitsprofis und kundenorientierte Dienstleister. Besonders positiv bewerten Verbraucher deren fachliche Qualifikation und deren freundlichen Service. Das wird durch viele Umfragen der letzten Jahre immer wieder bestätigt. Erst jüngst belegten die Friseure auf dem Allensbacher Dienstleistungsindex einen Spitzenplatz: 80 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass im Friseursalon der Service gut ist. Ein beeindruckendes Beispiel für die hohe Kundenzufriedenheit liefert auch die Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die im Auftrag des Industrieverbandes Friseurbedarf regelmäßig den Friseurmarkt beobachtet. Danach waren (im Berichtszeitraum März 2006 bis März 2007) knapp 80 Prozent aller Kunden ihrem Salon treu und der Faktor Kundenzufriedenheit erreichte rund 95 Prozent.

Quelle: ZV des deutschen Friseurhandwerks

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